Advance healthcare directive (living will)
Eine Patientenverfügung ist eine schriftliche Erklärung, welche medizinischen Maßnahmen du im Ernstfall wünschst oder ablehnst – für den Fall, dass du selbst nicht mehr entscheiden kannst.
Warum JEDER eine braucht:
• Ohne Verfügung entscheiden fremde Ärzte über lebenswichtige Behandlungen
• Nur ca. 45% der über 60-Jährigen haben eine
• Bei Jüngeren: Unter 10% – obwohl ein Unfall jeden treffen kann
Was muss drinstehen (BGH-Anforderungen):
• Konkrete Situationen: Koma, Demenz, Sterbeprozess, Wachkoma
• Konkrete Maßnahmen: Künstliche Beatmung, künstliche Ernährung, Dialyse, Wiederbelebung
• JA oder NEIN zu jeder Maßnahme in jeder Situation
• NICHT ausreichend: „Ich möchte keine lebensverlängernden Maßnahmen“ (zu vage!)
So erstellst du eine (kostenlos!):
• Formulare: Bundesjustizministerium (BMJV), Verbraucherzentrale, Caritas – alle kostenlos
• Notar: Nicht nötig! Handschriftlich oder ausgedruckt + Datum + Unterschrift reichen
• Registrierung: Im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer (einmalig 20€)
• Aktualisierung: Alle 2–3 Jahre unterschreiben („Geprüft am...“)
Wichtig: Die Patientenverfügung allein reicht NICHT – du brauchst zusätzlich eine Vorsorgevollmacht (wer setzt deinen Willen durch?) und am besten eine Betreuungsverfügung.
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