Geldmenge
Die Geldmenge misst, wie viel Geld insgesamt in einer Volkswirtschaft verfügbar ist. Die Europäische Zentralbank (EZB) unterscheidet mehrere Definitionen.
Die Geldmengen-Aggregate:
M0 (Geldbasis / Zentralbankgeld):
• Bargeld im Umlauf + Reserven der Banken bei der EZB
• Nur die EZB kann M0 erzeugen („Geld drucken“)
M1 (enge Geldmenge):
• Bargeld + täglich fällige Einlagen (Girokonto-Guthaben)
• Das Geld, über das du SOFORT verfügen kannst
• Eurozone M1 (2024): ca. 10 Billionen Euro
M2:
• M1 + Einlagen mit Laufzeit bis 2 Jahre + Einlagen mit Kündigungsfrist bis 3 Monate
• Inkl. Sparbuch, Festgeld
M3 (weite Geldmenge):
• M2 + Geldmarktfonds + Schuldverschreibungen bis 2 Jahre + Repogeschäfte
• Die EZB schaut hauptsächlich auf M3 für ihre Geldpolitik
• Eurozone M3 (2024): ca. 16 Billionen Euro
Warum die Geldmenge wichtig ist:
• Zu viel Geld + zu wenig Güter = Inflation (Quantitätstheorie des Geldes)
• Während Corona/Energiekrise: EZB hat M3 massiv ausgeweitet → Inflation 2022/2023
• Zu wenig Geld = Deflation und Rezession
Giralgeldschöpfung:
90% des Geldes wird nicht von der EZB gedruckt, sondern von Geschäftsbanken durch Kreditvergabe erschaffen („Giralgeldschöpfung“). Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, entsteht neues Geld – quasi aus dem Nichts.
📚 Geldmenge verstanden?
Vertiefe dein Finanzwissen mit 60 kostenlosen Lernmodulen und 16 Rechnern.
📚 Zu den Lernpfaden →Das könnte dich auch interessieren