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Finanzbildung in Deutschland: die Zahlen

Die wichtigsten Zahlen zur Finanzbildung in Deutschland: OECD-Score, Schulfach-Umfragen, Jugendverschuldung, Sparquote – jede Zahl mit Quellenangabe. Zitierfähig.

🦊 Kurz gesagt: Deutschland erreicht im OECD-Vergleich der Finanzkompetenz 76 von 100 Punkten und liegt damit im Spitzenfeld – trotzdem wünschen sich 92 % der 14- bis 24-Jährigen mehr Finanzwissen in der Schule, und jeder fünfte junge Erwachsene ist bereits verschuldet. Alle Kernzahlen mit Quelle und Jahr stehen auf dieser Seite.

Die Kernzahlen im Überblick

KennzahlWertQuelle (Jahr)
OECD/INFE-Finanzkompetenz-Score Deutschland76 von 100OECD/INFE (2023)
Junge Menschen (14–24), die sich mehr Finanzwissen in der Schule wünschen92 %Jugendstudie Bankenverband (2024)
Junge Menschen, die in der Schule wenig bis nichts über Geld gelernt haben80 %Jugendstudie Bankenverband (2024)
Deutsche, die mehr Finanzthemen in der Schule befürworten85 %vzbv-Umfrage (2023)
14- bis 29-Jährige mit Schuldenjeder FünfteLowell-Studie
Erwachsene, die von ihren Altersvorsorge-Plänen überzeugt sind55 %OECD-Bericht / BMF-Monatsbericht (5/2024)
Erwachsene, die ihre Lebenshaltungskosten bei Einkommensverlust keine 3 Monate decken könnten25 %OECD-Bericht / BMF-Monatsbericht (5/2024)
Sicherheitsgefühl bei der Altersvorsorge: Männer / Frauen61 % / 44 %OECD (2024)
Sparquote der privaten Haushalte11,2 %Destatis (2024)

Finanzbildung ist kein Schulfach

In Deutschland gibt es kein bundesweites Schulfach Finanzbildung – Wirtschafts- und Geldthemen sind je nach Bundesland unterschiedlich in Fächer wie Sozialkunde, Wirtschaft oder Politik eingestreut. Gleichzeitig zeigen die Umfragen von Bankenverband (92 %) und Verbraucherzentrale Bundesverband (85 %) einen breiten gesellschaftlichen Wunsch nach mehr Finanzwissen in der Schule. Die Bundesregierung hat 2023/24 mit der Finanzbildungsstrategie von BMF und BMBF erste Schritte eingeleitet.

Die Frühprägung: warum es bei Kindern anfängt

Die vielzitierte Studie der University of Cambridge (Whitebread & Bingham, 2013) kommt zu dem Ergebnis, dass sich grundlegende Geld-Gewohnheiten bereits bis zum Alter von etwa 7 Jahren formen. Kinder lernen in diesem Fenster vor allem durch Beobachten und eigenes Ausprobieren – nicht durch Erklärungen. Genau deshalb setzen pädagogische Empfehlungen (z. B. die DJI-Taschengeld-Staffel) auf frühes, regelmäßiges eigenes Geld statt auf Theorie.

Verschuldung junger Menschen

Laut der Lowell-Studie ist jeder fünfte 14- bis 29-Jährige bereits verschuldet. Typische Einstiege sind Handyverträge, Buy-now-pay-later-Dienste und In-App-Käufe – also genau die Mechanismen, die der Taschengeldparagraph (§ 110 BGB) bei Minderjährigen eigentlich blockiert, die aber ab 18 ungebremst greifen. Frühe Budget-Erfahrung (Taschengeld, Budgetgeld ab 12) ist die wirksamste Prävention.

Diese Seite zitieren

SaveFoxy: „Finanzbildung in Deutschland: die Zahlen“, savefoxy.com/wissen/finanzbildung-deutschland-zahlen/, abgerufen am [Datum]. Alle Zahlen stammen aus den in der Tabelle genannten Primärquellen (OECD, Bankenverband, vzbv, Destatis, Lowell) – bitte bei Übernahme die jeweilige Primärquelle mit angeben.

❓ Häufige Fragen

Wie gut ist das Finanzwissen der Deutschen im internationalen Vergleich?

Deutschland erreicht im OECD/INFE-Vergleich 76 von 100 Punkten und liegt damit im Spitzenfeld der teilnehmenden Länder (Stand 2023). Trotzdem zeigen Detailfragen große Lücken – etwa beim Zinseszins und bei der Risikostreuung.

Ist Finanzbildung in Deutschland ein Schulfach?

Nein, ein bundesweites Schulfach gibt es nicht. Geldthemen sind je nach Bundesland in andere Fächer eingestreut. 92 % der 14- bis 24-Jährigen wünschen sich mehr Finanzwissen in der Schule (Bankenverband 2024), 85 % aller Deutschen befürworten es (vzbv 2023).

Wer hat die größten Wissenslücken?

Die OECD-Daten zeigen ein deutliches Gefälle: Frauen fühlen sich bei der Altersvorsorge seltener sicher als Männer (44 % vs. 61 %), und junge Erwachsene sind besonders gefährdet – jeder Fünfte der 14- bis 29-Jährigen hat bereits Schulden.

Ab welchem Alter prägen sich Geldgewohnheiten?

Die Cambridge-Studie von Whitebread & Bingham (2013) zeigt: Grundlegende Geld-Gewohnheiten formen sich bis etwa zum 7. Lebensjahr – durch Beobachten und eigenes Ausprobieren. Frühes Taschengeld und Vorbildverhalten der Eltern wirken deshalb stärker als jede spätere Erklärung.

Woher stammen die Zahlen auf dieser Seite?

Jede Zahl steht mit Quellenangabe in der Tabelle (Jahr, soweit publiziert): OECD/INFE-Erhebungen, der BMF-Monatsbericht Mai 2024, die Jugendstudie des Bankenverbands 2024, die vzbv-Umfrage 2023, Destatis und die Lowell-Studie. Bei Übernahme bitte die Primärquelle mit angeben.

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📅 Stand: 17. Juli 2026✔️ Redaktionell geprüftÜber SaveFoxyFAQFehler melden? Im Lexikon mitmachen

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