Certificates (structured products)
Zertifikate sind Schuldverschreibungen von Banken, die sich auf einen Basiswert beziehen (Aktie, Index, Rohstoff). Deutschland ist der weltgrößte Zertifikate-Markt.
Die wichtigsten Arten:
1. Index-Zertifikate: Bilden 1:1 einen Index ab (z.B. DAX). Ähnlich wie ETFs, aber mit Emittentenrisiko.
2. Discount-Zertifikate: Du kaufst einen Basiswert mit Rabatt (Discount), verzichtest dafür auf Gewinne über einem Cap. Sinnvoll bei Seitwärtsmärkten.
3. Bonus-Zertifikate: Du bekommst einen Bonus, solange der Basiswert eine bestimmte Barriere nicht unterschreitet.
4. Hebel-Zertifikate / Knock-outs: Gehebeltes Investment mit K.o.-Schwelle. Wird die Schwelle berührt → Totalverlust.
5. Kapitalschutz-Zertifikate: Rückzahlung mindestens zum Nennwert (aber nur wenn Emittent solvent!).
Das Emittentenrisiko:
Zertifikate sind KEINE Sondervermögen (wie ETFs/Fonds). Sie sind Schuldverschreibungen der Bank. Geht die Bank pleite, ist dein Geld weg. Lehman-Brothers-Anleger verloren 2008 alles – obwohl die zugrundeliegenden Aktien weiter existierten.
Marktgröße: Der Deutsche Derivate Verband (DDV) meldet ein Marktvolumen von ca. 75–80 Mrd. Euro in Deutschland – kein anderes Land handelt so viele Zertifikate.
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