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Genussschein

BörseErwachsene
Ein Hybrid-Wertpapier: Kombination aus Anleihe und Aktie. Bietet Gewinnbeteiligung aber KEIN Stimmrecht und KEIN Eigentum am Unternehmen. Typisch deutsch – in anderen Ländern kaum bekannt.

Ein Genussschein ist ein Wertpapier, das dem Inhaber bestimmte Vermögensrechte gewährt, aber keinerlei Mitspracherechte im Unternehmen.

Merkmale:

Gewinnbeteiligung: Wie bei einer Aktie (variabel, an Unternehmensgewinn gekoppelt)
Verlustbeteiligung: Möglich – bei Verlusten kann die Ausschüttung entfallen
Kein Stimmrecht: Keine Teilnahme an Hauptversammlungen
Kein Eigentum: Du bist NICHT Miteigentümer des Unternehmens
Nachrangig: Bei Insolvenz nach Anleihen, vor Aktien

Historische Bedeutung:

• Besonders beliebt bei deutschen Banken (Commerzbank, Deutsche Bank)
• Bertelsmann-Genussscheine waren jahrzehntelang ein Anleger-Liebling
• Heute werden weniger neue Genussscheine ausgegeben

Steuerliche Behandlung:

• Ausschüttungen unterliegen der Abgeltungsteuer (25% + Soli + ggf. Kirchensteuer)
• Für den Emittenten: Steuerlich oft als Betriebsausgabe absetzbar (wenn fremdkapitalähnlich)

Risiken:

Ausschüttung kann ausfallen: In Verlustjahren gibt es nichts
Nachrangig bei Insolvenz: Oft Totalverlust
Geringe Liquidität: Manche Genussscheine kaum handelbar
Komplexe Bedingungen: Jeder Genussschein hat individuelle Regeln

Wusstest du? Während der Finanzkrise 2008/2009 fielen die Ausschüttungen vieler Bank-Genussscheine komplett aus und der Nennwert wurde herabgesetzt. Anleger die dachten, sie hätten ein „sicheres“ Zinsprodukt, verloren 30–50% ihres Einsatzes.
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