Grundsteuer Reform
Die Grundsteuer-Reform ist die größte Steuerreform seit Jahrzehnten – 36 Millionen Grundstücke wurden neu bewertet.
Warum die Reform?
• BVerfG-Urteil 2018: Die alten Werte (West: 1964, Ost: 1935!) waren verfassungswidrig
• Problem: Identische Häuser zahlten unterschiedliche Grundsteuer je nach Baujahr
• Neue Bewertung: Auf Basis aktueller Werte (Bodenrichtwert, Fläche, Baujahr)
Bundesmodell (10 Länder inkl. NRW, Berlin, Hessen):
• Wertabhängig: Bodenrichtwert × Fläche × Steuermesszahl × Hebesatz
• Berücksichtigt: Grundstückswert, Gebäudeart, Mietniveau
Ländermodelle (eigene Regeln):
• Bayern: Flächenmodell (nur Fläche zählt, nicht der Wert – einfacher aber ungenauer)
• Baden-Württemberg: Bodenwertmodell (nur Bodenrichtwert × Fläche)
• Hamburg, Niedersachsen: Eigene Varianten
Hebesatz:
• Wird von der Gemeinde festgelegt (z.B. 400–800%)
• Aufkommensneutral: Gemeinden sollen den Hebesatz so anpassen, dass sie insgesamt gleich viel Grundsteuer einnehmen
• In der Praxis: Manche heben trotzdem an
Was du tun kannst:
• Bescheid prüfen: Stimmen Fläche, Bodenrichtwert, Baujahr?
• Einspruch: Innerhalb von 4 Wochen nach Zustellung
• Laut Experten: Ca. 30% der Bescheide enthalten Fehler
• Grundsteuerwertbescheid + Grundsteuermessbescheid: Beides prüfen!
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